Grid Parity (Netzparität)
Grid Parity (Netzparität) beschreibt den Punkt, an dem Strom aus erneuerbaren Energiequellen – insbesondere Photovoltaik – genauso viel kostet oder günstiger ist als Strom aus dem öffentlichen Netz. Ab diesem Moment ist der wirtschaftliche Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom ohne staatliche Förderung möglich.
Funktionsweise:
- Die Stromgestehungskosten (LCOE – Levelized Cost of Electricity) von Solaranlagen sinken durch technische Fortschritte und Massenproduktion stetig.
- Gleichzeitig steigen Netzentgelte, Steuern und Abgaben für Netzstrom.
- Sobald der Preis pro selbst erzeugter Kilowattstunde gleich oder niedriger ist als der Strombezugspreis vom Energieversorger, ist die sogenannte Grid Parity erreicht.
- Besonders relevant ist dies bei direktem Eigenverbrauch, z. B. in Verbindung mit Batteriespeichern.
Typische Anwendungen:
- Gewerbebetriebe mit hoher Stromlast und Dachflächen für PV
- Industrieunternehmen mit hohem Eigenverbrauchsanteil
- Landwirtschaftliche Betriebe mit stabilem Tagesprofil
- Kombination aus PV-Anlage und Batteriespeicher zur Verschiebung des Verbrauchs
- Mieterstrommodelle oder Energiegemeinschaften
Wichtige Kennzahlen:
- Stromgestehungskosten (€/kWh) der PV-Anlage
- Bezugspreis des Netzstroms (€/kWh) inkl. Umlagen
- Eigenverbrauchsquote
- Amortisationszeit der Anlage
- Entwicklung der Strompreise im Vergleich zur Degression bei PV-Kosten
Zusammenfassung:
Grid Parity ist ein wichtiger Meilenstein für die Energiewende und macht Investitionen in PV-Anlagen auch ohne Förderung wirtschaftlich attraktiv. Insbesondere im Gewerbe- und Industriebereich mit hohem Eigenverbrauch wird der selbst erzeugte Strom zur kosteneffizienten Alternative gegenüber dem Netzbezug – vor allem in Verbindung mit intelligentem Energiemanagement und Batteriespeichern.